24 h - nicht für alle!

Was will man über die 24-Stunden-Regatta noch schreiben? Die große Traditionsregatta am See mit den höchsten Meldezahlen! Nein, nicht so ganz richtig, denn ihre hohe Beteiligung rührt von der Kombination zweier Regattaevents in einer Veranstaltung: den eigentlichen 24 h und der AYA Regatta des SCLL mit der Wertung der 1. Runde. Diese erste Runde ist natürlich manchmal trotzdem sehr lang, wie vor 2 Jahren, oder auch nur 2-3 Stunden wie im letzten Jahr, hat sich aber - Gott sei es gedankt - noch nie über 24 h gezogen. Mit ihren ca. 4-5 Stunden lag die diesjährige Veranstaltung also durchaus im Rahmen der gesegelten Zeiten, doch Ihr Ablauf war nur teilweise wie üblich.

Vorab noch eine kleine Anmerkung: Es gibt da so einen Passus in der Ausschreibung, dass Vorwindsegel erst nach dem Passieren der Linie gesetzt werden dürfen und das ist ja ein sehr guter Einfall gewesen. Mittlerweile treten allerdings immer mehr Boote mit Gennaker und dazugehörigen Spieren an, und diese vergrößern den notwendigen Raum zum Manövrieren doch erheblich. Da die Linienlänge nicht entsprechend mitwächst, würde sich eine Änderung des Ausschreibungstextes anbieten....

Doch nun zum Geschehen: Nach Abgabe und Aufnahme diverser Farbproben und den wie immer von Misserfolg begleiteten Versuchen der "Langsamen", sich doch durch einen guten Start eine bessere Lage zu erarbeiten, stellte sich alsbald das übliche Bild ein. Hohe Masten vorne weg, gefolgt von einer Perlenkette kleinerer Boote, die im Wechsel der Windrichtungen mal bunter und weißer wurde. Ein schönes Bild und eine Werbung für den Segelsport!

Über die, wie üblich unnötig nahe am Ufer liegenden Tonnen, mit den sie umwabernden Flauten und Drehern ist schon genug geschrieben worden, weshalb sich unser Augenmerk doch intensiver auf die schönen Dinge des Tages lenken sollte. Wie etwa die gewaltigen, ölig spiegelnden Flautenlöcher, die sich über gesamte Seeabschnitte hinzogen. Die waren dieses Mal doch von besonderer Schönheit....

Doch nun zum weiteren Verlauf: Kaum etwas abgesetzt lagen die "Schnellen" wie Bleienten in den Wellen und harrten mit wachsender Freude dem aufkommendem Feld. Ob dieser so hilfreichen Flautenzeiger war es den "Langsamen" möglich den Anschluss halten zu können. Mit viel Gefühl das Ostufer entlang, teils mutig im seichten Bojenfeld kreuzend, teils nur treibend. Es ging leidlich voran.

Und dann kam der Nordwind! Armada-Formation! An der Windkante aufgereiht auf die Herrschinger Bucht zulaufend, den üblicherweise "Vorderen" verkündend, dass es dieses Jahr wohl keinen Sieger aus deren Mitte geben werde. (Auf die Tonnenrundung am Seglerkreuz soll hier nicht näher eingegangen werden....) So ist das eben auf diesem See. Und dann kommt er! Der lang erwartete NW und es geht nur noch schnell mit leichtem Schrick in den Schoten über den See.

So waren es also dieses Mal nicht die üblichen Verdächtigen auf der Siegerliste der 1. Runde und die Mühen der sonstigen Hinterbänkler im Regattageschehen wurden belohnt. Ganz besonders freut mich der diesjährige Sieg einer "Hai-Frau", die ich natürlich gerne neben vielen anderen auch einmal auf der AYA Gesamtsiegerliste sehen würde.

Dem ausrichtenden SCLL und den Helfern ein herzlicher Dank für die Veranstaltung.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf die 2 kombinierten Veranstaltungen zurückkommen und vermerken, dass es für doch nicht Wenige unattraktiv ist, nur wegen einer Brotzeit den sonntäglichen Weg nach Diessen zu machen, wo doch die Anwesenden in der Regel mehrheitlich die "24 h Langversion" klönen. Ob des erheblichen Startgeldes könnte eine alternative Vorstartverpflegung mit Weisswürsten und Weissbier für die "Kurzsegler" hier hilfreich sein.

Stephan Kaiser GER 441

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